Antragsteller*in: | AK Antifaschismus (dort beschlossen am: 06.03.2025) |
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DA1: DA Frauen-Nacht-Taxi-Gutscheine Mehrsprachig Bewerben
Antragstext
Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen München wird kollegial
aufgefordert, sich dafür starkzumachen, die Frauen-Nacht-Taxi-Gutscheine
mehrsprachig zu bewerben und ihre Bekanntheit zu steigern.
Die Grünen Stadträt*innen sollen sich dafür einsetzen, diese Initiative
parteiübergreifend mit allen Fraktionen in die Umsetzung zu bringen.
Begründung
Dringlichkeit:Die AfD erzielte bei der Bundestagswahl über 20 % auf Bundesebene und mehr als 9 % in München. Mit ihren offen menschenfeindlichen Aussagen trägt sie zu einem gesellschaftlichen Klima bei, das Angst und Unsicherheit schürt. In den Tagen nach der Wahl erreichten uns spürbar mehr Beschwerden über nächtliche Belästigungen und Anfeindungen gegenüber Frauen, besonders mit Migrationsbiografie. Viele berichten von wachsender Unsicherheit und einem zunehmenden Gefühl der Bedrohung im öffentlichen Raum. Diese alarmierende Entwicklung, die sich bereits knapp zwei Wochen nach der Bundestagswahl deutlich abzeichnete, macht ein sofortiges Handeln unumgänglich. Ein späteres Eingreifen würde nur dazu beitragen, dass sich das feindliche Klima weiter verfestigt. Umso wichtiger ist es, entschlossene Gegenmaßnahmen zu ergreifen und bestehende Sicherheitsangebote für gefährdete Gruppen leichter zugänglich und niedrigschwelliger zu gestalten. Am 06.03.2025 haben die Mitglieder des AK Antifaschismus diesen Antrag diskutiert und seine Dringlichkeit sowie Notwendigkeit einstimmig bestätigt. Ein besonders starkes Zeichen soll am Internationalen Tag der Frauen gesetzt werden.
Wir möchten zunächst die Initiative des Stadtrats zur Einführung der Frauen-Nacht-Taxi-Gutscheine1 ausdrücklich loben und als hervorragende Maßnahme anerkennen. Sie stellt einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Schutz und Gleichberechtigung für Frauen in München dar. Allerdings zeigt sich, dass insbesondere Migrantinnen nicht ausreichend über dieses Angebot informiert sind. Rückmeldungen aus der Zielgruppe legen nahe, dass die Bekanntheit der Gutscheine erhöht werden muss. Dies ist von besonderer Bedeutung, da Menschen mit Migrationsbiografie häufiger von Armut betroffen sind und oft weniger Zugang zu Informationen über soziale Programme und Sicherheitsmaßnahmen haben. Eine mehrsprachige Bewerbung der Frauen-Nacht-Taxi-Gutscheine über verschiedene Informationskanäle kann entscheidend dazu beitragen, die Bekanntheit und Nutzung dieses Angebots zu fördern. Es wäre sinnvoll, den folgenden Satz von der offiziellen Homepage2 entsprechend anzupassen und in mehreren Sprachen3, z. B. auf Plakaten oder Flyern, in den verschiedenen Anlaufstellen zu präsentieren: „Frauen erhalten bei Taxifahrten zu sich nach Hause zwischen 22 Uhr und 6 Uhr in München einen 10-Euro-Gutschein.“ Die konkrete Formulierung eines solchen Satzes sollte durch den Expertenkreis der Stadt München erfolgen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Frauen in München gezielt darauf hinzuweisen, dass dieses Angebot existiert, damit sie sich anschließend selbstständig darüber informieren können. Zusätzlich berücksichtigt eine mehrsprachige Bewerbung kulturelle Unterschiede, fördert die Mundpropaganda, stärkt das Vertrauen in Münchner Institutionen und verbessert die Kommunikation zwischen Frauen und Taxifahrer*innen. Dadurch wird Frauen mit Migrationsbiografie ein selbstbestimmteres Leben ermöglicht: Sie können abends Orte erreichen, die schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zugänglich sind, ohne auf die Unterstützung Dritter angewiesen zu sein. Mit der mehrsprachigen Bewerbung der Frauen-Nacht-Taxi-Gutscheine wird ein bedeutender Beitrag zur Sicherheit, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion von Frauen mit Migrationsbiografie in München geleistet.
2 Vgl. ebd.
3 Je mehr Sprachen desto besser. Angepasst auf die Sprachvielfalt der Münchner Bevölkerung.
Unterstützer*innen
- Ludwig Sporrer
- Katharina Derwell
- Ferdinand Bohlig
- Julia Brinkmann
- Natalie Kemmer
- Lendita Musliji
- Ines Allinger
- Karolina Novinscak Kölker
- Anna Friedl
- Thomas Schlicht
- Hilke Ganzert
- Angela Büttner