| Antragsteller*in: | OV Berg am Laim, Trudering, Messestadt Riem (dort beschlossen am: 07.10.2026) |
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A3: Klimaschutz in der Kommunalpolitik umsetzen– wichtiger denn je!
Antragstext
Mit diesem Antrag wollen wir, die Münchner GRÜNEN, bekräftigen, dass wir aus
tiefer Überzeugung und auf dem Hintergrund des Dürre- und Hitzesommers 2026
hinter unserer Stadtratsfraktion, dem Oberbürgermeister Dominik Krause und der
2. Bürgermeisterin Mona Fuchs stehen, bei ihrem Bestreben, den Münchner*innen
mit aller Kraft durch Klimaschutz und Klimaanpassung, eine lebenswerte Zukunft
zu sichern.
Wir halten dafür besonders wichtig:
1.) In der laufenden Stadtratsperiode 2026 – 2032 soll bei relevanten
Beschlüssen und politischen Weichenstellungen nochmals verstärkt auf deren
Klimarelevanz geachtet und wenn erforderlich nachjustiert werden. Das gilt
vorrangig für alle Projekte der Stadtentwicklung (Bauleitplanverfahren), der
Mobilität, der Entwicklung und Pflege der kommunalen Park-/Grünanlagen und
Plätze, sowie Neubau/Sanierung und Unterhalt kommunaler Gebäude.
2.) Für den Erhalt großer – und damit klimawirksamer - Bäume soll die
Lokalbaukommission im Planungsreferat mit Nachdruck aufgefordert werden, künftig
mit besonders kritischem Blick die privaten Fällanträge, insbesondere der großen
klimawirksamen Bäume, im Rahmen von Bauvorhaben und bei Einzelfällanträgen zu
begutachten und häufiger den Ermessensspielraum zu Gunsten der Bäume zu nutzen.
Begründung
Unser Land und unsere Stadt erlebten 2026 einen Hitze- und Dürresommer in bislang unbekanntem Ausmaß. Niedrigstände bei Grundwasser, Bächen und Isar, vertrocknete Bäume/Pflanzen in öffentlichen Grünanlagen und privaten Gärten. Hitzewarnungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am laufenden Band. „Sommer der Extreme“ titelte die SZ am 19. August, „Enorme Hitze, Dürre, Waldbrände, Wassermangel: Der Sommer 2026 bricht alle Rekorde.“
Etwa 14.000 Klimatote in Deutschland bis Anfang August (laut Robert-Koch-Institut), noch vor Ende der letzten Hitzewelle! Die endgültige Bilanzierung der Hitzetoten im August 2026 wird uns vermutlich weitere neue Rekordzahlen bescheren.
Auch München war in hohem Maße betroffen. Ein konkretes Beispiel ist die Situation im Riemer Park: Hier konnten wir wochenlang beobachten wie sehr die Natur unter Hitze und Trockenheit leidet. Die jungen Bäume, gepflanzt und aufgewachsen in den letzten 25 Jahren, vegetieren zu hunderten stark leidend oder bereits dürr und abgestorben vor sich hin. Eine ganze Pflanzengeneration im jüngsten und größten kommunalen Münchner Stadtpark droht uns aktuell verloren zu gehen, anstatt dort die grüne Zukunft zu begründen. Davon betroffen sind auch Baumarten, die bislang als weitgehend klimaresistent eingestuft wurden, wie beispielsweise Eiche, Walnussbaum oder Linden, mit verheerenden Auswirkungen auf Flora, Fauna und uns Menschen.
Neben den starken Auswirkungen auf die Natur und die Naherholung ist damit auch ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden verbunden, der leicht die Summe von mehreren Millionen Euro erreichen wird, wenn man einen 4-stelligen Betrag pro gepflanzten Baum zugrunde legt.Viele weitere Grünzüge in München sind ähnlich betroffen.
Perspektive 30er und 40er Jahre: Die Hoffnung, dass dieser Sommer ein singuläres Ereignis ist und uns die nächsten Jahre wieder ausreichend Niederschläge und eine moderate Wärmeentwicklung beschert werden, wird von Klima- und Wetterexperten sogleich genommen, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) kommt in seinen Zukunftsprognosen und –projektionen zu besorgniserregenden Feststellungen.
Wir GRÜNE dürfen nach diesem Sommer nicht zur Tagesordnung zurückkehren, sondern müssen diese riesige Herausforderung annehmen und ins Handeln kommen. Dazu gehört auch, die Fällgenehmigungspraxis der LBK (Antragspunkt 2) auf den Prüfstand zu stellen. GLOBAL DENKEN – LOKAL HANDELN, dieser urGRÜNE Leitspruch aus den 70er und 80er Jahren aus der GRÜNEN Gründungsphase bekommt gerade höchste Aktualität. Wer, wenn nicht wir GRÜNE, sollte sich denn mit aller Kraft für Natur und Menschen einsetzen.
Walnuss-Alle