| Antragsteller*in: | Florina Vilgertshofer (KV München) |
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A2: Gleichstellung ist keine Frauenaufgabe – Männer in die Förderung von FLINTA* einbinden
Antragstext
Konkret fordern wir:
- Gemischtes Mentor*innenprogramm: Auflage eines Mentoring-Programms für
Parteiämter und politische Mandate, bei dem ausdrücklich auch Männer als
Mentoren für Frauen und LINTA* zur Verfügung stehen – zusätzlich zu
bereits bestehenden Frauen-für-Frauen-Formaten. Ziel ist der gezielte
Wissens- und Netzwerktransfer aus männlich dominierten Strukturen heraus.
- Verbindliche Beteiligung von Männern an Gleichstellungsformaten:
Workshops, Fortbildungen und Veranstaltungen zu Gleichstellung, Diversität
und struktureller Benachteiligung werden künftig so konzipiert, dass eine
aktive Teilnahme von Männern (z. B. in Vorstandsämtern, Fraktionen,
Kreisvorständen) erwartet und eingefordert wird, statt diese Formate als
optionales „Zusatzangebot" oder als reines Angebot für Betroffene zu
behandeln.
- Vorbildfunktion männlicher Funktionsträger: Männliche Mandatsträger und
Funktionsträger der Partei werden aufgefordert, sich sichtbar und aktiv
für die Förderung von FLINTA* einzusetzen – etwa durch aktives Empfehlen
von FLINTA* für Ämter und Redebeiträge und durch öffentliches Auftreten
als Verbündete (Allies).
- Care-Arbeit und Vereinbarkeit als Männerthema: Anträge und Initiativen zur
besseren Vereinbarkeit von Familie, Sorgearbeit und politischem Engagement
(z. B. Kinderbetreuung bei Sitzungen, familienfreundliche Sitzungszeiten)
werden ausdrücklich auch als Angebot an Väter und pflegende Männer
kommuniziert und beworben, um die Erwartung aufzubrechen, dass
Vereinbarkeit primär ein Frauenthema sei.
- Ally-Netzwerk: Prüfung des Aufbaus eines informellen Netzwerks männlicher
Verbündeter innerhalb des Kreisverbands, das sich regelmäßig zu
Gleichstellungsfragen austauscht und als Ansprechpartner für interessierte
Männer dient, die sich einbringen möchten, aber nicht wissen wie.
Begründung
Programme zur Förderung von FLINTA* sind ein wichtiger Baustein grüner Gleichstellungspolitik. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein blinder Fleck: Die Verantwortung für diese Förderung wird fast ausschließlich den betroffenen Personengruppen selbst zugeschrieben. Frauen fördern Frauen, FLINTA*-Netzwerke unterstützen FLINTA*-Personen – während Männer, die in Politik und Gesellschaft nach wie vor überproportional Macht, Ressourcen und Netzwerke innehaben, an diesen Prozessen kaum strukturell beteiligt sind.
Das führt zu zwei Problemen: Erstens bleibt eine der wirksamsten Ressourcen, der Zugang von Männern zu bestehenden Machtstrukturen und Netzwerken, für die Förderung von FLINTA* weitgehend ungenutzt. Zweitens wird Gleichstellungsarbeit dadurch zu einer zusätzlichen Belastung für ohnehin schon benachteiligte Gruppen, während diejenigen, die von bestehenden Strukturen profitieren, entlastet bleiben.
Ein FLINTA*-Mentoring-Programm, das explizit auch männliche Mentoren vorsieht, kehrt dieses Prinzip um: Wer Zugang zu Netzwerken, Bühnen und Entscheidungsstrukturen hat, gibt diesen Zugang aktiv weiter. Gleiches gilt für die anderen im Antrag genannten Maßnahmen: sie zielen darauf, Männer von reinen Zuschauern oder bestenfalls wohlwollenden Unterstützern zu aktiven Mitgestaltern einer gleichstellungsorientierten Partei zu machen.
Als Grüne stehen wir für eine Politik, die strukturelle Ungleichheit nicht nur benennt, sondern aktiv verändert. Dazu gehört, dass Verantwortung dort ansetzt, wo Macht konzentriert ist. Das schließt Männer ausdrücklich mit ein.
Unterstützer*innen
- Mareen Kutsch
- Johanna Vocht
- Kathrin Düdder
- Susanne D Alessandro
- Gabriele Graswald-Vidovic
- Maximilian Meier
- Mona Bergmann
- Salvador Ramirez Acosta
- Serzan Celik
- Carmen Romano
- Laura Harding
- Hans-Martin Jansen
- Sibylle Stöhr
- Julia Post
- Ursula Harper
- Franziska Janker
- Hannah Eichhorn
- Alexander Gleichauf
- Judith Greif
- Frederik Ostermeier
- Regine Pell