| Antragsteller*in: | Luna Sahling (KV München) |
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B-BDK52: Luna Sahling
Liste
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
„Feministinnen sind hässlich und grässlich.“ – ein Satz von Maximilian Krah, der nicht nur durch seine Absurdität auffällt, sondern vor allem durch das, was er offenlegt: den fortwährenden Versuch, feministische Kämpfe zu delegitimieren, zu diffamieren und aus dem politischen Diskurs zu drängen. Gerade in Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus ist das kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer politischen Strategie.
Umso notwendiger ist es, klarzustellen, was Feminismus für uns bedeutet – und was eben nicht.
Feminismus bedeutet nicht nur gleiche Bezahlung, so zentral diese Forderung bleibt. Feminismus bedeutet vor allem, dass grundlegende Sicherheit kein Privileg ist: dass Frauen und TINA*-Personen frei von Gewalt leben können – im öffentlichen Raum wie im eigenen Zuhause. Dass Gewalt nicht länger individualisiert wird, sondern als strukturelles Problem verstanden und politisch bekämpft wird. Feminismus rettet Leben. Und genau deshalb darf er kein Randthema sein, sondern muss leitend für unser politisches Handeln auf allen Ebenen sein.
Doch dieser Anspruch wird auf Bundesebene bislang nicht konsequent eingelöst. Frauenhäuser sind vielerorts überlastet, Schutzkonzepte lückenhaft, und die Finanzierung bleibt oft unsicher. Wer Schutz verspricht, muss ihn auch garantieren – bundesweit, verlässlich und bedarfsgerecht. Wer Gleichberechtigung fordert, muss strukturelle Gewalt, ökonomische Abhängigkeiten und ungleiche Machtverhältnisse aktiv abbauen, statt sie lediglich zu benennen.
Die Bundesdelegiertenkonferenz ist der Ort, an dem wir diese Maßstäbe setzen. Hier entscheiden wir nicht nur über Programme, sondern über die politische Ausrichtung unserer Partei insgesamt. Deshalb reicht es nicht, Feminismus symbolisch mitzudenken – wir müssen ihn systematisch verankern: in Gesetzesinitiativen, in Haushaltsfragen und in unseren politischen Prioritäten.
Ich möchte als Delegierte dazu beitragen, dass feministische Perspektiven auf Bundesebene konsequent eingebracht werden – intersektional, sozial gerecht und mit einer klaren Analyse von Machtstrukturen. Dabei geht es mir auch darum, feministische Politik nicht isoliert zu betrachten. Antifaschismus, Antirassismus und soziale Gerechtigkeit sind untrennbar mit feministischen Kämpfen verbunden. Eine Politik, die ökonomische Ungleichheit ignoriert, verkennt die Realität vieler FLINTA*-Personen. Eine Politik, die den Rechtsextremismus nicht entschieden bekämpft, gefährdet konkret Leben. Und eine Politik, die bei Symbolik stehen bleibt, wird ihrer Verantwortung nicht gerecht.
Zu mir:
Ich bin Sprecherin der Grünen Jugend München und bringe dadurch Erfahrung in politischer Organisation und strategischer Arbeit mit. Durch mein Engagement in der Schüler*innenvertretung, in der Jugendgerichtshilfe sowie in bildungspolitischen Initiativen habe ich Politik zudem aus einer Perspektive kennengelernt, die über parteiinterne Prozesse hinausgeht. Gerade dort wird sichtbar, wo politische Entscheidungen an der Lebensrealität junger Menschen vorbeigehen.
Diese Perspektiven möchte ich auf die Bundesebene tragen. Ich will dazu beitragen, dass politische Entscheidungen die Realität derjenigen widerspiegeln, die sie betreffen – insbesondere von jungen Menschen und marginalisierten Gruppen. Das bedeutet für mich auch, Konflikte nicht zu scheuen, Widersprüche offenzulegen und politische Debatten ernsthaft zu führen.
Ich kandidiere nicht, weil Parteitage einfache Orte sind. Ich kandidiere, weil sie entscheidende Orte sind: Orte, an denen wir festlegen, welchen Anspruch wir an unsere Politik haben – und ob wir ihm gerecht werden.
Ich freue mich über euer Vertrauen.
Luna
(FLINTA*: Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
- Alter:
- 18
- Geschlecht:
- weiblich
- Geburtsort:
- München