| Antragsteller*in: | Luna Sahling (KV München) |
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B-LV33: Luna Sahling
Liste
Selbstvorstellung
Meine Kandidatur findest du unten auch in einfacher Sprache:
Liebe Freund*innen,
„Feministinnen sind hässlich und grässlich.“ – ein Satz von Maximilian Krah, der nicht nur durch seine Absurdität auffällt, sondern vor allem durch das, was er offenlegt: den fortwährenden Versuch, feministische Kämpfe zu delegitimieren, zu lächerlich zu machen und aus dem politischen Diskurs zu drängen. Genau deshalb ist es notwendig, klarzustellen, was Feminismus für uns bedeutet – und was eben nicht.
Feminismus bedeutet nicht, dass ich lediglich dasselbe Gehalt wie ein Mann verdienen möchte, so zentral diese Forderung auch bleibt. Feminismus bedeutet vor allem, dass grundlegende Sicherheit kein Privileg ist: dass Frauen und TINA*-Personen keine Angst mehr vor den eigenen vier Wänden haben müssen; dass Gewalt nicht länger als individuelles Schicksal verharmlost wird, sondern als strukturelles Problem anerkannt und bekämpft wird. Feminismus rettet Leben – und genau deshalb darf er kein Randthema sein, sondern muss Teil des Fundaments unseres politischen Handelns sein.
Dieses Fundament ist jedoch brüchig, wenn politische Forderungen nicht mit der Realität Schritt halten. Frauenhäuser existieren oft nur in der Theorie als sichere Zufluchtsorte, während sie in der Praxis chronisch überfüllt und unterfinanziert sind. Wer von Schutz spricht, muss auch dafür sorgen, dass dieser Schutz tatsächlich zugänglich ist. Wer Gleichberechtigung fordert, darf nicht ignorieren, dass strukturelle Gewalt, ökonomische Abhängigkeiten und gesellschaftliche Machtverhältnisse weiterhin systematisch benachteiligen.
Gerade auf einer Landesdelegiertenkonferenz werden die Leitlinien unserer Politik verhandelt, beschlossen und weitergetragen. Deshalb reicht es nicht aus, sich symbolisch zu Feminismus zu bekennen – wir müssen ihn konsequent in Programme, Anträge und politische Strategien übersetzen. Ich möchte als Delegierte dazu beitragen, dass feministische Perspektiven nicht nachträglich ergänzt, sondern von Beginn an mitgedacht werden: intersektional, sozial gerecht und kompromisslos in der Analyse von Machtstrukturen.
Dabei ist mir ebenso wichtig, feministische Politik nicht isoliert zu betrachten. Antifaschismus und Antirassismus, soziale Gerechtigkeit und Feminismus sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Politik, die ökonomische Ungleichheit ignoriert, verkennt die Realität vieler FLINTA*-Personen. Eine Politik, die den erstarkenden Rechtsextremismus nicht ernsthaft bekämpft, gefährdet unmittelbar die Sicherheit all jener, die nicht in das Weltbild der Rechten passen. Und eine Politik, die sich in symbolischen Debatten verliert, statt reale Verbesserungen zu schaffen, wird ihrer Verantwortung nicht gerecht.
Zu mir:
Ich bin Sprecherin der Grünen Jugend München und habe in dieser Rolle bereits vielfältige Einblicke in politische Praxis gewonnen. Durch mein vorheriges Engagement, unter anderem in der Schüler*innenvertretung, in der Jugendgerichtshilfe sowie in bildungspolitischen Initiativen, habe ich Politik jedoch nicht nur aus einer parteipolitischen Perspektive kennengelernt, sondern insbesondere auch als externe Akteurin wahrgenommen. Diese Erfahrungen haben mir nicht nur gezeigt, wie politische Prozesse funktionieren, sondern vor allem auch, wo sie an ihre Grenzen stoßen, insbesondere dann, wenn die Perspektiven junger Menschen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Als Delegierte möchte ich genau dort ansetzen: Ich will Perspektiven einbringen, die häufig übersehen werden, und dafür sorgen, dass politische Entscheidungen nicht an den Lebensrealitäten derjenigen vorbeigehen, die sie am stärksten betreffen. Das bedeutet für mich auch, Diskussionen auszuhalten, Widersprüche sichtbar zu machen und mich nicht mit einfachen Antworten zufriedenzugeben.
Ich kandidiere nicht, weil ich glaube, dass Parteitage einfache Orte sind. Ich kandidiere, weil ich davon überzeugt bin, dass sie entscheidende Orte sind. Orte, an denen wir festlegen, wofür wir stehen – und wofür eben nicht.
Ich freue mich über euer Vertrauen.
Luna
(FLINTA*: Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
Einfache Sprache:
Politiker Maximilian Krah hat gesagt: Feministinnen sind hässlich und grässlich. Dieser Satz zeigt ein Problem. Manche Politiker versuchen, den Feminismus lächerlich zu machen. Sie wollen ihn aus der Politik drängen. Deshalb ist es wichtig zu erklären, was Feminismus wirklich bedeutet.
Feminismus bedeutet nicht nur gleichen Lohn für Männer und Frauen. Das ist zwar wichtig. Aber Feminismus bedeutet vor allem Sicherheit. Frauen und TINA-Personen sind transgender, inter oder nicht-binäre Menschen. Sie sollen keine Angst in den eigenen vier Wänden haben müssen. Gewalt gegen sie ist kein persönliches Schicksal. Sie ist ein Problem in unserer Gesellschaft. Deshalb muss die Politik dagegen kämpfen.
Feminismus rettet Leben. Er darf kein unwichtiges Thema sein. Er muss ein wichtiger Teil der Politik werden. Aber das klappt nur, wenn die Politik mit der Wirklichkeit Schritt hält.
Frauenhäuser sollen Frauen schützen. Aber in der Realität sind sie überfüllt und haben zu wenig Geld. Deshalb können viele Frauen dort keinen Platz finden.
Es reicht nicht, nur über Schutz zu reden. Der Schutz muss auch wirklich da sein. Gleichberechtigung bedeutet mehr als schöne Worte. Denn viele Frauen erleben strukturelle Gewalt. Sie sind wirtschaftlich abhängig. Machtverhältnisse in der Gesellschaft benachteiligen sie systematisch.
Auf einer Landesdelegiertenkonferenz wird die politische Richtung festgelegt. Dort werden Leitlinien verhandelt und beschlossen. Deshalb reicht ein symbolisches Bekenntnis zum Feminismus nicht aus. Wir müssen ihn in Programme und Anträge einbauen. Wir müssen ihn in politische Strategien umsetzen.
Ich möchte als Delegierte dazu beitragen. Feministische Perspektiven sollen von Anfang an Teil der Politik sein. Sie sollen nicht erst später ergänzt werden. Dabei muss die Analyse von Machtstrukturen kompromisslos sein. Feminismus muss intersektional sein und sozial gerecht. Außerdem ist mir wichtig, dass wir feministische Politik nicht isoliert betrachten.
Antifaschismus und Antirassismus gehören zu sozialer Gerechtigkeit und Feminismus. Diese Dinge kann man nicht trennen. Politik muss wirtschaftliche Ungleichheit beachten. Sonst versteht sie die Realität vieler FLINTA*-Personen nicht. FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen. Politik muss auch den wachsenden Rechtsextremismus bekämpfen. Sonst sind alle Menschen in Gefahr, die nicht ins Weltbild der Rechten passen. Politik darf sich nicht in symbolischen Debatten verlieren. Sie muss echte Verbesserungen schaffen. Sonst wird sie ihrer Verantwortung nicht gerecht.
Ich bin Sprecherin der Grünen Jugend München. In dieser Rolle habe ich viele Einblicke in die politische Praxis bekommen. Vorher war ich in der Schüler*innenvertretung aktiv. Ich arbeite auch in der Jugendgerichtshilfe. Außerdem war ich in bildungspolitischen Initiativen dabei. Deshalb kenne ich Politik nicht nur von innen. Ich kenne sie auch von außen.
Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie politische Prozesse funktionieren. Vor allem habe ich aber gesehen, wo sie an ihre Grenzen stoßen. Das passiert besonders dann, wenn junge Menschen nicht genug gehört werden.
Ich möchte als Delegierte oft übersehene Perspektiven einbringen. Dann treffen wir politische Entscheidungen, die an den Menschen nicht vorbeigehen. Vor allem an denen, die am stärksten betroffen sind.
Für mich bedeutet das auch: Ich halte Diskussionen aus. Ich mache Widersprüche sichtbar. Und ich gebe mich nicht mit einfachen Antworten zufrieden.
Ich kandidiere nicht, weil Parteitage einfache Orte sind. Ich kandidiere, weil sie entscheidende Orte sind. Dort legen wir fest, wofür wir stehen. Und wofür eben nicht.
Ich freue mich über euer Vertrauen.
Luna
- Alter:
- 18
- Geschlecht:
- weiblich
- Geburtsort:
- München